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Mao Tsetung und die Bibel
In der Liste der meistverkauften Bücher aller Zeiten liegen vor allem zwei unangefochten an der Spitze: die Heilige Bibel und Zitate des chinesischen Kommunistenführers Mao Tsetung.
Sie sind im wahrsten Sinn des Wortes Bestseller. Nichts verkaufte sich bislang so gut wie die Heilige Bibel und Zitate von Mao Tsetung. Auch wenn bei Zahlen immer Skepsis angebracht ist, imposant bleiben sie in diesem Fall allemal: Von der Bibel wurden im Zeitraum zwischen 1815 und 2000 sechs Milliarden Exemplare verkauft, die „Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung“ (auch Mao-Bibel genannt) sollen fünf Milliarden Mal an Frau und Mann gebracht worden sein. Hier geht die Zahl weit auseinander. Die Plätze drei bis fünf gehen ebenfalls an chinesische Ausgaben, zweimal wiederum an Mao Tsetung sowie an ein Wörterbuch. Mit Religion geht es dann auch weiter in den Top Ten. Der Koran folgt mit 200 bis 700 Millionen Exemplaren, bevor dann endlich Belletristisches in die Gänge kommt. Charles Dickens „Eine Geschichte aus zwei Städten“ liegt auf Platz sieben. Dann folgen wieder religiöse Schriften und maoistische Ideologie. Gut im Rennen liegt auch Tolkiens „Herr der Ringe (150 Millionen Exemplare), Agatha Christies „Und dann gab’s keines mehr“ (100 Mill.) sowie Antoine de Saint-Exuperys „Der kleine Prinz“ (80 Mill.).
Das Buch der Rekorde
Vor rund 2.000 Jahren wurden die letzten Textstellen ins Alte und Neue Testament eingefügt. Seitdem ist die Bibel unverwüstlich. Mittlerweile wurde das monumentale Werk in 429 Sprachen übersetzt, das Neue Testament sogar in 1144 Sprachen. Und die Übersetzungen gehen weiter. Übrigens: alle Bibeln zusammen aufeinandergestapelt würde die halbe Distanz zum Mond ergeben, rund 150.000 Kilometer.
Chandler als bester Krimiautor
Noch ein kleiner Abstecher ins Reich der literarischen Untaten. Aus mehreren Expertenlisten zusammengestellt, kam Raymond Chandler mit „Der lange Abschied“ auf Platz eins vor Dashiell Hammets „Der Malteser Falke“ (mit Humphrey Bogart verfilmt) und „Tote schlafen fest“, ebenfalls von Chandler. Unter den Top Ten befinden sich noch Patricia Highsmith („Der talentierte Mr. Ripley“), Arthur Conan Doyle („Der Hund von Baskerville“) sowie Umberto Eco („Der Name der Rose“) und John Le Carre („Der Spion der aus der Kälte kam“).
Und die beliebtesten Bücher der Deutschen? Tolkiens „Der Herr der Ringe“ vor der Bibel und Ken Folletts „Die Säulen der Erde“. Dahinter folgen Patrick Süskinds „Das Parfum“ und Saint-Exuperys „Der kleine Prinz“.
Kleine Geschichte des Bestsellers
Werden von der Originalausgabe mindestens 100.000 Exemplare verkauft, dann spricht man heutzutage von einem Bestseller. Als erster Bestseller der Geschichte gilt Martin Luthers Flugschrift „An den christlichen Adel deutscher Nation“, die seinerzeit innerhalb von fünf Tagen 4.000 Mal verkauft wurde. Ende des 18. Jahrhunderts kam es zur ersten Leserevolution und mit Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ (1774) zum ersten „echten“ deutschen Bestseller.
Laut UNESCO muss eine Veröffentlichung mindestens 49 Seiten haben, um als Buch zu gelten. 8,8 Millionen US-Dollar zahlte übrigens ein Bieter bei einer Auktion im Jahr 2000 für das Buch „The Birds of America.“ Es wurde damit zum teuersten Buch der Welt.